DRINGLICHKEITSANTRAG: In einer Ausnahmesituation mit der und für die Zivilgesellschaft

DRINGLICHKEITSANTRAG nach §12 (3) 5. und (7) der Bundessatzung zur 39. Ordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 20.- 22. November 2015 in Halle (Saale)

In einer Ausnahmesituation mit der und für die Zivilgesellschaft

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sind aus ihrer Parteitradition und ihrem Selbstverständnis bereits immer eine Partei der Bürgerbewegungen und der Zivilgesellschaft gewesen. Derzeit engagieren sich im ganzen Land unzählige Mitglieder gemeinsam mit einer noch nie dagewesenen Bürgerbewegung für Flüchtlinge, nicht zuletzt, um die äußerst mangelhafte, schlecht koordinierte, ideologisch überprägte und in sich widersprüchliche Politik der Großen Koalition im Sinne der Menschen abzufedern.

Wir haben es – glücklicherweise – mit nicht weniger als mit einer zivil- und bürgergesellschaftlichen Bewegung zu tun, mit Formen der Selbstorganisation aus dem ureigensten menschlichen Antrieb der Humanität, die nun von der Politik in den Kommunen, in den Ländern und im Bund mehr aktive und konkrete Unterstützung verlangt.

In der gegenwärtigen Situation, die noch den Charakter einer Ausnahmesituation trägt, sprechen wir uns als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN daher dafür aus:

  • Auf allen staatlichen Ebenen, soweit noch nicht geschehen, Koordinierungsstellen mit entsprechender personeller und finanzieller Ausstattung einzurichten, die die praktische Arbeit der Zivilgesellschaft vor Ort konkret unterstützt.
  • Bundesweit Clearingverfahren vor Ort anzustreben, in denen helfende Bürgerinnen und Bürger, der öffentliche Dienst sowie Hilfsorganisationen in einen Austausch untereinander über ihre Arbeit, die Ermittlung der Bedarfe, der Verteilung von Hilfsgütern, von Koordinierungsaufgaben, der Aussetzung überflüssiger Bürokratie etc. eintreten können.
  • Gegenüber der Bundesregierung eine schnelle Evaluierungen der tatsächlichen zivilgesellschaftlichen Hilfe in konkreten Zahlen einzufordern, um Belastungen und Belastungsgrenzen der Helfer*innen einschätzen, Mängel in der professionellen Betreuung beheben und entsprechende Unterstützung auf denWeg bringen zu können.
  • Die zivilgesellschaftliche Hilfsbewegung grundsätzlich dafür zu nutzen, entsprechende Gesetzesinitiativen für einen gemeinwohlorientierten Arbeitssektor auf den Weg zu bringen, der bereits geltende Regelungen dahingehend abändert und/oder zusammenfasst, dass ein verlässlicher arbeits- und sozialrechtlicher Rahmen der Verstetigung zivilgesellschaftlicher und selbstorganisierter Arbeit geschaffen wird.
  • Entsprechende haushaltspolitische Regelungen in allen Gebietskörperschaften auf den Weg zu bringen, die die Finanzierung der aktuellen Hilfe sowie der Folgekosten (Integration, sozialer Wohnungsbau, Bildung, Betreuung etc.) strikt nach den tatsächlichen Bedarfen (der zu uns kommenden und der bereits hier lebenden Menschen) ausrichtet und die Refinanzierung durch zukünftig mehr Steuergerechtigkeit sicherstellt.

Als Partei der Bürgerbewegungen und der Zivilgesellschaft verstehen wir von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN staatliches Handeln nicht im Sinne der Konservativen als reine Durchsetzung von „Law and Order“ oder deutscher Verwaltungsbürokratie um ihrer selbst willen, sondern als Rahmensetzung für selbstbestimmtes, auch selbstorganisiertes zivilgesellschaftliches Handeln.

Flucht und Migration werden als Phänomen unserer Zeit, in einer Situation weltweiten politischen Erwachens und großer geopolitischer, wirtschaftlicher und ökologischer Krisen, nicht versiegen. Ob in Regierungsverantwortung, in der Opposition oder als Teil der Zivilgesellschaft: Wir von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN schließen uns der Politik der Angst, die von so vielen konservativen bis rechtsnationalen Kräften in Deutschland und Europa derzeit forciert wird, nicht an und stellen uns an der Seite der Menschen den Herausforderungen und gestalten mit ihnen die nun anstehenden Veränderungen.

Begründung:

Die Dringlichkeit nach §12 (3) 5. und (7) der Bundessatzung ist aufgrund der sich rasant entwickelnden gesellschaftlichen und politischen Lage derzeit gegeben.

Die weitere Begründung erfolgt mündlich.

Antragsteller*innen:

Robert Zion, KV Weimar; Martina Lammers, KV Lüchow-Dannenberg; Arfst Wagner, KV Schleswig-Flensburg; Astrid Rothe-Beinlich, KV Weimar; Leo Neydek, KV Rhein-Lahn; Veronika Jones, KV Garmisch-Partenkirchen; Jörg Rupp, KV Karlsruhe-Land; Felicitas Flörchinger, KV Kaiserslautern-Stadt; Rüdiger Bender, KV Erfurt; Angela Volker, KV Hannover; Ercan Kilic, KV Salzgitter; Beate Wichmann, KV Erfurt; Benjamin Fröhlich, KV Weimar; Gesche Hand, KV Braunschweig; Michael Hoffmeier, KV Eichsfeld; Stephanie Aeffner‪, KV Kurpfalz-Hardt‬; Tim Höfler, KV Aschaffenburg-Land; ‪Susanne Helmke‪, KV Gelsenkirchen‬; Olaf Weber, KV Weimar; Laura Martin Martorell, KV Koblenz; Thomas Kothe, KV Vogtland; Susanna Scherer, KV Aschaffenburg-Land; Roman Kittel, KV Fürth-Land; ‪Stephanie Altrock‪, KV Helmstedt‬; Klaus Meurer, KV Mayen-Koblenz; ‪Ulrike Tadema, KV Duisburg; Jochen Rotter‪, KV Kurpfalz-Hardt; Sigrid Pomaska, KV Hagen; Stephan Falk, KV Bitburg/Prüm; ‪‪Heike Prößler‪, KV Oberberg‬; Martin Möller‪, KV Wuppertal; Hannelore Vitzthum, KV Gera; Gregor Thiem, KV Aschaffenburg-Land; Petra Ugrinsky, KV Charlottenburg-Wilmersdorf; Christian Hohn, KV Olpe; Marianne Brunner, KV Landau; Heinz Peglau, KV Helmstedt; Doris Schwarze-Franke, KV Hildesheim; Kai Schmidt, KV Offenbach-Stadt; Lena Tietgen, KV Kreisfrei Berlin; Wolfgang Grünwald, KV Berlin-Mitte; Monika Maier-Kuhn, KV Kurpfalz-Hardt; Ragnar Kaesche, KV Rotenburg/Wümme; Maria Koch, KV Rhein-Sieg; Michael Kühler, KV Mayen-Koblenz; ‪Agnes Russo‪, KV Vogtland‬; Dietmar Ferger, KV Lörrach; ‪Birgit Brachat-Winder‪, KV Konstanz‬; Dr. Frank Brozowski, KV Dessau-Roßlau; Anette Zierke, KV Dithmarschen; Joachim Langbein, KV Rhein-Sieg; Astrid Stahn, KV Rhein-Sieg; Manuel Mörs, KV Schleswig-Flensburg; Astrid Schmudde, KV Kreisfrei Berlin; Thomas Hovestadt, KV Köln; Petra Praglowski, KV Rottweil; Detlev Schulz-Hendel, KV Lüneburg; Bärbel Keiderling, KV Mark; Erich Wiemann, KV Goslar; ‪‪Sabine Katharina Gier‪, KV Berlin-Mitte‬; Johannes Steen, KV Kiel; Dr. Elisabeth Maier-Rieg, KV Karlsruhe; Kajo Aicher, KV Bodenseekreis; Krystyna Grendus, KV Odenwald-Kraichgau; Jörn Jensen, KV Berlin-Mitte; Yvonne Nawrot, KV Gelsenkirchen; Stephan Wiese, KV Stormarn; Petra Kruse-Runge, KV Lüneburg; Klemens Griesehop, KV Prenzlauer Berg/Pankow; Sonja Karas KV Oberhavel; Uwe Striegl, KV Altenkirchen; Kerstin Dehne, KV München; Hagen Stolz, KV Westerwald; ‪Annemie Dick, KV Schleswig-Flensburg; Wilfried Weisbrod‪, KV Kurpfalz Hardt‬; Gaby Herrmann, KV Weimar; Stephan Buck, KV Alb-Donau; ‪Heidi Kästner, KV Weimar; Gerhard Fontagnier‪, KV Mannheim‬; Ulrike Meneikis, KV Rendsburg/Eckernförde; Andreas Bohlender, KV Mayen-Koblenz; Judith Brömel, KV Weimar; Mathias Raudies, KV Marzahn-Hellersdorf; Eva-Christine Möslein, KV Weimar; Winfried Praglowski, KV Rottweil; Andrea Schwarz, KV Karlsruhe Land; Horst Schiermeyer, KV Görlitz; Bernd Frieboese, KV Reinickendorf; Hartmut Rieg, KV Karlsruhe; Fritz Lothar Winkelhoch, KV Oberberg; Manuel Kochinski, KV Berlin-Mitte; Ralf Henze, KV Odenwald-Kraichgau; Niklas Graf, KV Wesel; Dennis Nawrot, KV Gelsenkirchen; Micha Rittmeier, KV Ludwigslust/Parchim; Norbert Dick, KV Schleswig-Flensburg; Michah Weissinger, KV Gelsenkirchen; Simon Lissner, KV Limburg-Weilburg; Peer Groß, KV Rhein-Sieg; Johann Reger, KV Erfurt; Kreisverband Bayreuth-Land; Stefan Ziller, KV Marzahn-Hellersdorf; Dieter Flohr, KV Fürth-Land; Heiko Clajus, KV Weimar; Hans Schröder, KV Hamburg-Wandsbek; Benjamin Hertel, KV Weimar; ‪Wolfgang Renz‪, KV Karlsruhe-Stadt‬; Hartmut Wauer, KV Wangen; Wolfgang Kueppers, KV Gelsenkirchen.


Unterstützung mit Angabe des Namens und Kreisverbandes bitte per E-Mail an Robert Zion